Tabsi, die unendlich scheue und aengstliche Katze meiner Mutti...

Die mit dem Plueschfell, mit den kurzen Beinchen, den 4 weissen Zehen an beiden

Vorderpfoten, den weissen Stiefelchen an den Hinterbeinchen und dem weissen

Schlabberlatz....

Meine Mutti ist am 5. November 2006 gestorben, und wir haben Tabsi zu uns umgezogen.

Ich habe das meiner Mutti versprochen.

Das Tabs' ist ganz und gar nicht gluecklich - hat es doch 11 Jahre mit meiner Mutti alleine

zusammengelebt und steht jetzt ploetzlich Rudi und Dotti gegenueber...

Tabsi - klein, sehr rundlich, scheu und unendlich niedlich...

Es muss etwa 1985 gewesen sein, als Tabsi zu meiner Mutti kam. Sie war ihr ein und alles und wurde unendlich verwoehnt. Tabsi belohnte sie damit, indem sie immer maekeliger mi ihren Futter wurde. Mitunter stellte ihr meine Mutti zu jeder Mahlzeit ein anderes Futter hin... Trotzdem -obwohl meine Mutti dachte "das Kaetzchen frisst ja gar nichts!" bewies Tabsis Bauchumfang eigentlich das Gegenteil. Von meiner Mutti liess sie sich steicheln und schmusen und sie setzte sich auch zu ihr auf die Lehne vom Sessel; andere Menschen liess sie nicht an sich herankommen.

Zu Weihnachten 1997 waren Stefan und ich wieder mal bei ihr. Meine Mutti war voellig verzweifelt - Tabsi war seit mehr als 2 Tagen (Tabsi war damals noch Freigaenger) verschwunden. Alle Rufe nach ihr waren nutzlos.

Wie es der Zufall wollte: ich wollte am 23. Dez. irgendwas aus dem Keller und sah Blut am Boden. Ich legte mich hin und sah unter den Schrank: da versteckte sich Tabsi! Sofort arlamierte ich Stefan, und mit vereinten Kraeften holten wir Tabsi unter dem Schrank hervor. Ihr Schwanz war blutverkrustet...

Meine Mutti war natuerlich total entsetzt, und wir setzten uns ins Auto und fuhren mit Tabsi direkt zum Tierarzt. Es wurde eine recht langwirige Sache; und um ein Haar haette ihr Schwanz amputiert werden mussen: er war direkt an der Wurzel gebrochen. Tabsi hatte Glueck - alles wurde gut. Und von diesen Tagen an hatte Tabsi ein anderes Verhaelnis zu uns: sie liess sich ab und an auch von uns streicheln.

Meine Mutti verstarb im Nov. 2006 und ich blieb noch eine Weile bei Andrea. Ende des Monats fuhr sie mich mit Tabsi nach Hause. Tabsi hatte zuvor ein Beruhigungspillchen bekommen; sie lag im Transportkorb und schlief.

Zu Hause angekommen, stellten wir den Korb auf unser Bett - neugierig kamen sofort Rudi und Dotti dazu und guckten. Tabsi wachte auf, sah die beiden fremden Katzen und fauchte. Das war nun nicht gerade der beste Anfang für eine gute Freundschaft...

Wir stellten sie selbstverstaendlich auch sofort unserem Tierarzt vor, der einen Herzfehler in der vorderen Herzkammer feststellte. Von da an bekam Tabsi taeglich, schick in etwas feine Leerwurst verpackt, ein halbes Tablettchen "Vasotop". Gierig schlang sie die Leberwurst hinunter ohne zu untersuchen, ob da was drin sein könnte. Perfekt!

Nach ein paar Wochen hatten wir es geschafft, die 3 Katzen lebten einigermassen friedlich miteinander. Ab und an gab es noch ein knurren oder fauchen, aber mit der Zeit legte sich das fast vollstaendig.

Besonders Rudi machte es Spass, Tabsi zu hetzen; und Tabsi flitzte davon. Sie bekam von mir einen zweiten Namen: Kugelblitz. Mt der Zeit ließ aber auch das nach und mit der Zeit wurde Tabsi auch immer schlanker. Stand ihr nicht schlecht!

So scheu, wie sie bei meiner Mutti war, so zutraulich und schmusig wurde sie nach und nach. Meine Freundn Moni -sie hat selbst mehrere Katzen-, die in England lebt und uns besuchte, kannte Tabsi schon aus den Zeiten mit meiner Mutti. Damals liess sich Tabsi hoechstens mal kurz blicken - beruehren war absolut nicht drin. Moni schlief bei uns m Wohnzimmer und war uebergluecklich und konnte es kaum fassen, dass Tabsi nachts zu ihr kam und auf ihren Fuessen schlief. Und dass sie sich anfassen und streicheln liess...

Mit Dotti und Rudi und Tabsi klappte es inzwischen, auch wenn sie nicht gerade innige Freunde geworden waren. Nun kam Stefan am 22. Okt. 2010 auch noch mit einer neuen Katze nach Hause! Tabsi war das gar nicht geheuer!

Eine Szene: Tabsi war im Katzenklo, die 350 Gramm leicht Hummel saß davor und guckte. Tabsi schrie und fauchte die Kleine an, als sei sie ein feuerspeiendes Monster.... Inzwischen laeuft es zwischen den beiden recht gut, auch wenn Hummel Tabsi mitunter ordentlich jagt.

Tabsi schlief vorzugsweise neben meinem Kpf auf dem Kopfkissen. Irgendwann stellte ich fest, dass ihr Koerper nach Urin roch: nix wie ab zum Tierarzt! Und -tatsaechlich- es war das, was wir befuerchtet hatten: Tabsi bekam die typische Nieren-Insuffiziens alter Katzen; immerhin war sie 14 Jahre alt. Was unseren Tieraerzten noch mehr auffiel, war ein ganz massives Herzgeraeusch, das nicht sein durfte: die Tieraerztin sagte, wir sollten Tabsi bei einem Spezialisten in Duesseldorf einen Herz-Ultraschall machen lassen. Noch auf dem Heimweg machten wir einen Termin, und am naechsten Morgen schon setzte ich mich -bei 6° minus- mit Tabsi ins Auto und wir duesten los.

Tabsi, die sonst recht gerne Auto fuhr, war aber nun doch ziemlich aufgeregt. Das ergab eine ordentliche Portin Durchfall im Transportkorb und ich hatte unterwegs die Auswahl zwischen erfrieren und erstinken. Ich entschloss mit fuers erfrieren und kurbelte dasFenster herunter - arme Tabsi; da kann sie ja nix fuer!

Nachdem ich die Praxis auf der entgegengesetzten Seite von Duesseldorf endlich gefunden hatte, traf ich dort sehr nette und hielfsbereite Menschen; die nicht nur Tabsi und den Transportkorb sofort sauber machten, sondern auch meinen Anorak und mein Hände; war alles verschmiert.

Das Ultraschall-Ergebnis war niederschmetternd: Tabsi hatte am Ausgang der hinteren Herzkammer eine heftige Verdickung, sodass das Blut kaum aus demHerzen in den Koerper transportiert werden konne und somit im Herzen kreiselte. 1/2 Jahr, eventuell auch 1 Jahr - das war die Zeit, die ihr die untersuchende Aerztin noch gab. Tabsi musste jetzt auch noch Beta-Blocker nehmen. Diese winzigen Pillchen - vom "Vasotop" bekommt sie 1/2, vom "Atenolol" nur 1/4; verpacken wir ganz sorgfaeltig in Sahne-Leberwurst - sonst haetten wir damit keine Chance! "RenesViscum" fuer die Nieren kommt ins Feuchtfutter, das "Metacam" wegen ihrer Beschwerden mit dem Schwnaz auch. Und da sie einen sehr harten Stuhlgang hat, bekommt sie nur auch noch ein wenig Weizenkleie obenauf gestreut; so wird diese Sache auch besser.

Inwzwischen ist Juni 2010 und das halbe Jahr ist vorbei. Tabsi ist immer noch da; es scheint ihr auch gut zu gehen - jedenfalls merkt man ihr nichts an. Außer, dass sie nun eigentlich ziemlich knochig geworden ist. Hoffenlich bleibt sie noch lange bei uns!